Apr 262011
 

Die bekannteste Internetseite für lateinische Primärtexte ist sicherlich die Latin Library. Ihr Corpus umfasst zahlreiche Werke, angefangen bei den Autoren der frühen Latinität bis zu den lateinisch schreibenden Autoren der Neuzeit. Das Erscheinungsbild der Seiten ist schlicht und zweckmäßig, die Navigation einfach. Die Texte selbst genügen allerdings kaum wissenschaftlichen Ansprüchen. Nicht nur verzichtet die Seite – verständlicherweise – auf einen textkritischen Apparat. Die Texte enthalten immer wieder Fehler und sehr oft veraltete Lesarten.

Für das schnelle Nachschlagen einer bestimmten Stelle eignet sich die Latin Library gut, für Detailfragen an den Text bleibt jedoch auch in Zeiten des Internets nur der Griff zur kritischen Edition.

Die Latin Library durchsuchen

Das umfangreiche Corpus der Latin Library kann man sich auf eine weitere Weise zunutze machen. Mithilfe des Suchbefehls site:thelatinlibrary.com, den man genau so, also ohne Leerzeichen, ins Google-Suchfeld eingibt, ist es möglich, die gesamte Webseite, das heißt alle lateinischen Texte, nach Wörtern oder Phrasen zu durchsuchen. So findet man beispielsweise mit einer Googlesuche nach site:thelatinlibrary.com privatus alle Stellen, an denen das Wort privatus vorkommt. Natürlich kann man auch nach mehreren Wörtern suchen, die man mit einfachem Leerzeichen getrennt nebeneinander ins Suchfeld schreibt.

Setzt man mehrere Wörter in Anführungszeichen, sucht Google nach genau dieser Phrase. Eine Suche nach site:thelatinlibrary.com „bellum indicere“ findet alle Stellen, an denen genau die Phrase „bellum indicere“ vorkommt:

Sollen nur die Werke eines bestimmten Autors durchsucht werden, ändert man die URL nach dem site:-Befehl entsprechend. Um alle Stellen zu finden, an denen das Wort privatus in den Werken Ciceros vorkommt, sucht man also nach site:thelatinlibrary.com/cicero/ privatus.

Da die Seiten bei der Latin Library normalerweise viel Text enthalten, ist es oft hilfreich, die interne Suchfunktion des Browsers zu benützen, um genau zur gesuchten Stelle innerhalb der Seite zu springen. Das funktioniert bei den meisten Browsern über das Menü „Bearbeiten – Suchen“ oder über das Tastaturkürzel „Strg + F“. Der Browser Safari hebt die gefundene Textstelle auch optisch hervor:

Es spart natürlich Zeit, sich im Browser ein Lesezeichen anzulegen, in dem der site:-Befehl schon enthalten ist. Das geht ganz einfach, indem man diese Seite als Lesezeichen speichert (Rechtsklick auf den Link oder Linksklick und anschließend Strg + D).

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